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Die Jugendbildungsstätte Peseckendorf und die Koordinierungsstelle Erlebnispädagogik haben sich unter dem Motto „Trau Dich! Teilhabe jetzt! Eine Gesellschaft für alle.“ am Europäischen Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung, gefördert durch die Gesellschafter, aktiv mit einer Initiative beteiligt. Erlebnispädagogische Rahmenbedingungen und Hintergründe sowie eine Gesprächsrunde sind dabei durchgeführt worden. 
Nach einer Aufwärmphase und der Bildung von drei gemischten Gruppen haben die Teams selbständig die Kooperations- und Problemlöseaufgabe der „Große Eierfall“ in Angriff genommen. Die Aufgabe bestand aus dem Bau des „Eierrettungssystems“, dem Transport durch den „Sumpf“ hin zum „Nest“ und dem anschließenden „Eierfall“ aus einer Höhe von 2,50 m.
Mit diesem Setting wird die Erlebnisfähigkeit bei den Teilnehmern in den Gruppen gezielt angesprochen, soziale Kompetenzen werden eingefordert und eine positive Stimmung und Atmosphäre bei den Teilnehmern wird geweckt. Durch diese pädagogische Intervention sind die Teilnehmer sehr gut auf die Gesprächsrunde über das Thema „Lernfreude, Lernerfolg und Lernkrise“ vorbereitet gewesen. Die Gesprächsrunde wurde von der Studentin Jessica Levin, von der Otto von Guericke Universität Magdeburg, konzipiert und moderiert. Die Schüler mit Lernbehinderung bzw. geistiger Behinderung haben sich frei und selbstständig zu dem Thema geäußert und in die Gesprächsrunde mit eingebracht. Sie haben hierbei das Setting vom Vormittag zusammengefasst und wichtige Schnittstellen, bei denen es besonders um die Ideenfindung, deren Umsetzung und die damit einhergehenden gruppendynamischen Prozesse in einem Projekt geht, gut dargestellt. Sie haben des Weiteren Schwächen und Stärken der einzelnen Teilnehmer angesprochen und sich bemüht, spezielle Verhaltensweisen und Reaktionen der verschiedenen Teilnehmer zu verstehen. Damit war die Grundlage für die Gesprächsrunde mit dem Thema „Lernfreude, Lernerfolg und Lernkrise“ geschaffen worden.
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Erfreulich waren das Interesse und die Diskussionsbereitschaft der Schüler. Lernfreude und Lernerfolg hängen aus Sicht der Schüler sehr stark von der Anerkennung ab, die sie dabei erfahren. Lernkrisen setzten immer dann ein, wenn sie als Schüler mit einer Lernbehinderung stigmatisiert werden. Zu diesem Stigma gehören beispielsweise die Abwertung der Leistungsbereitschaft und Lernwilligkeit. Es wurde weiterhin festgestellt, dass beides für die meisten Betroffenen über kurz oder lang zur Ausgrenzung in der Schule und der Gruppe führt. In dieser Feststellung konzentriert sich der Protest der Schüler der Förderschulen für Lernbehinderte bzw. Geistigbehinderte. Sie forderten damit die Anerkennung ihres Schulabschlusses. Sophie Hoffmann vom Landesschülerrat hat sich zu dieser Feststellung geäußert. Sie motivierte die Schüler dazu, sich an der Arbeit des Landesschülerrates zu beteiligen und dort die Möglichkeit der Interessenvertretung aktiv zu nutzen. Im Landesschülerrat besteht die Möglichkeit, politische Entscheidungen vorzubereiten und eine entsprechende Vorlage für die Anerkennung des Schulabschlusses einzubringen. Sie wird dem Landesschülerrat dieses Problem übermitteln und auf eine schnelle Behandlung der Thematik drängen.
Die anwesenden Lehrer, Erzieher, Eltern und Vertreter des Landesschülerrates unterstützten ebenfalls den Anspruch der Schüler auf eine Teilhabe in einer gerechteren Gesellschaft. Diese Teilhabe ist in diesem konkreten Fall ein anerkannter Schulabschluss, der eine berufliche Ausbildung mit einer anschließenden selbstständigen Erwerbstätigkeit zulässt. Dabei wurde unterstrichen, dass die Berufstätigkeit von Menschen mit Behinderung, auch Lernbehinderung, besonders im Politikfeld Arbeitsmarkt mit bedacht und akzeptable Lösungen für die bestehenden Probleme in diesem Bereich gefunden werden müssen. Die Idee, den Europäischen Protesttag für die Gleichstellung für Menschen mit Behinderung in der beschriebenen Form zu konzipieren und durchzuführen, haben alle Teilnehmer und Gäste begrüßt. Die Schüler selbst haben im Speziellen mit der Gesprächsrunde eine sehr seltene, doch wichtige Möglichkeit erhalten, für sich selbst in einer öffentlichen Runde zu sprechen. Die Kultur des engagierten und durchdachten Protestes ist für sie und die Gäste in dieser Form neu gewesen. Sie haben explizit lobend die detailliert geplante, gut vorbereitete und höchst aktive Teilnahme der Schüler hervorgehoben. Gerne würden die Schüler und Gäste deshalb wieder einmal an einer ähnlichen Veranstaltung partizipieren.
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